Goldene Regeln

Allgemeines

Denkt daran, dass nicht alle Menschen die gleiche Beziehung wie ihr zu Vierbeinern haben - einige fürchten sich vor Hunden, wie andere vor Spinnen. Es muss aber nicht Furcht sein, es kann einfach eine unbegründete Antipathie sein, aber auch Ärger über Gebell oder liegengelassenen Hundekot.
Akzeptiere diese Haltung und versuche, selbst keinen Anstoss zu erregen.

Artgerechte Haltung

Genügend Bewegung gehört zu Regel Nummer 1, wenn wir von einer artgerechten Haltung reden wollen. Die Dauer ist rassenspezifisch und altersabhängig.
Auch hier zahlt es sich für den Hund aus, wenn er eine gute Erziehung genossen hat, denn er kann (ausserhalb der Leinenpflicht) meist unangeleint spazieren gehen und geniesst daher viel mehr Freiraum.
Auch eine möglichst konstante Teilnahme am Familienleben ist für den Hund bedeutend schöner als Rudeltier, als eingesperrt in einem Zwinger.
Kommuniziert täglich möglichst viel mit dem Hund und lasst ihn wissen, dass er zu euch gehört, aber sich an gewisse Regeln halten muss.

Merke: wenn man mit Bekannten spazieren geht, kommunizieren wir die meiste Zeit NICHT mit dem Hund.

Macht euren Hund glücklich und beschäftigt ihn sinnvoll. Die meisten Hunde, welche Probleme im Alltag machen, sind unterbeschäftigt. Eigentlich ist es nicht einmal wichtig, was ihr mit ihm tut. Vielmehr ist wichtig, dass ihr was tut!!!! Spaziergänge mit gemeinsamen Erkundungen, Agility, Obedience, Dog Dance....egal, macht etwas mit ihm.

Wissen über Hund und Alltag

Leider hat man festgestellt, dass über 75% der Hundehalter signifikante Wissensmängel über Haltung, Regeln und öffentlichen Pflichten haben.  Die Auswirkungen im Zusammenleben von Mensch und Hund ist erschreckend. Die Presse zeigt uns dies zur Zeit fast täglich auf. Eigentlich müsste dies nicht sein, denn einerseits gibt es im Buchhandel immer mehr gute Bücher und anderseits immer bessere Hundeschulen und auch Vereine, welche Zzitgemässes Wissen vermitteln und den richtigen Umgang mit dem Hund im Alltag erklären und lernen.
Die richtige Wahl des Hundes: Überprüfen Sie genau, welche Rasse Sie anschaffen wollen. Verfolgen Sie bestimmte Ziele mit Ihrem zukünftigen Hund? Sind Sie sich den Vor- und Nachteile bewusst? Treffen Sie nicht die Wahl ihres Hundes, indem Sie sich von Ihren Gefühlen überwältigen lassen. Je genauer Sie sich vorweg informieren und wissen, wo Ihre Wünsche sind, desto weniger ist die Gefahr, dass Sie die falsche Wahl getroffen haben.

Leinenpflicht

Das Gesetz schreibt vor, dass Hunde u.a. in schützenswerten Grünflächen (wie Naturschutzgebiete), allen Schulhausanlagen, Parks, Gaststätten und auf verkehrsreichen Strassen an der Leine zu führen sind. Auf Friedhöfen sind Hunde generell verboten. Die Jagdgesetze in den meisten Kantonen schreiben vor, dass Hunde im Wald beaufsichtigt sein müssen d.h. der Hund muss unter allen Umständen sofort abrufbar sein und darf sich höchsten 20- 30 Meter von seinem Hundeführer entfernen. Jagdaufseher dürfen übrigens nur im Wiederholungsfall frei laufende Hunde abschiessen.
Wichtig:
Nicht alle Gemeinden haben Leinenpflicht in der Brut- und Setzzeit vom 1. April – 31. Juli, sondern durch das ganze Jahr. Informiert euch also, wenn ihr euer vertrautes Gebiet verlässt, denn Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

Begegnungen mit anderen Hunden

Hundebegegnungen zwischen zwei und mehr Hunden können fröhlich, aber auch voller Stress für alle Zwei- und Vierbeiner ablaufen. Es gibt da ein paar Regeln, an die wir uns alle halten sollten.
Ist einer der Hunde angeleint, gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann wenn möglich seinen Hund auch frei lassen, sollte aber beobachten, ob der andere Hunde nicht kurzfristig angeleint wird. Je nach Situation ist es gut, sich nötigenfalls auf Distanz mit dem anderen Hundehalter über das Kreuzen zu einigen und zu warten was passiert. Macht der andere Hundehalter keine Anstalten, seinen angeleinten Hund abzuleinen - sei es weil dieser krank, ängstlich oder vielleicht läufig ist - so nehme man seinen frei laufenden Hund an die Leine. Sind beide Hunde angeleint, so kreuze man schnell und mache nötigenfalls einen Bogen, um die Distanz zwischen den Hunden zu vergrössern.

Hunde sind Stimmungsempfindlich

Verhaltensforscher haben nachgewiesen, dass unsere Stimmung sich auf den Hund übertagen kann. Dies haben wir sicherlich alle bereits einmal beobachten können. Haben wir schlechte Laune, so überträgt sich diese automatisch und unmittelbar auf unseren Hund – natürlich auch, weil wir in dieser Laune z.B. nicht mit ihm spielen wollen. Sind wir dagegen fröhlich und positiv eingestellt, so haben wir mit Sicherheit auch einen fröhlichen, unbeschwerten und aufmerksamen Hund. Denken wir daran, wenn wir mit dem Hund arbeiten. Meist beruhen Misserfolge nicht auf mangelnder Aufmerksamkeit des Hundes, sondern auf unserem eigenen negativen Verhalten!

Rauffereien unter Hunden

Kommt es zu einer Rauferei zwischen Hunden, geht man am am besten davon, ohne zu rennen und ruft seinen Hund ruhig, wie gewohnt zu sich. Nicht schreien, sich nicht einmischen, nicht wegrennen....! Ruhig überlegen und handeln (wenn es auch sehr schwierig ist) und im schlimmsten Fall die Nummer eures Tierarztes parat machen. Doch für uns Menschen sieht eine Rauferei immer schlimmer aus, als aus der Perspektive der beteiligten Hunde, denn Hunde kämpfen genetisch bedingt immer mit dem kleinstmöglichen Risiko. Fällt ein Hund regelmässig andere Hunde an, so ist er zu therapieren, mit Leinenzwang oder durch Tragen eines Maulkorbes zu disziplinieren, oder - im schlimmsten Fall - einzuschläfern. Dem fehlbaren Hundehalter sollte man anschliessend das Recht absprechen, sich wieder einen Hund anzuschaffen - denn einige Zweibeiner lernen nie, richtig mit Hunden umzugehen.

Hundekot-Aufnahmepflicht

Es sollte selbstverständlich sein, dass wir den Hundekot mit mitgebrachten Hundekot-Säcken aufnehmen und in einem Robidog (oder Ähnlichem) entsorgen. Wir sollten den Kot überall aufnehmen - nur im tiefen Wald können wir darauf verzichten.Auf die Strasse oder in den Wald geworfenen Hundekotsäcke lösen in unserer Gesellschaft übrigens den gleichen Effekt aus, wie liegen gelassener Hundekot. Wir sollten bedenken, dass diese Plastiksäcke, wenn überhaupt, dann sehr lange brauchen um zu verrotten.

Die Gesundheit des Hundes

Hunde können wie wir Menschen offensichtlich oder unbemerkt krank werden. Beobachten wir also sorgfältig und regelmässig unsere Hunde und scheuen uns nicht, im Zweifelsfall den Tierarzt aufzusuchen.
Auch im Training können für uns unsichtbare Schmerzen zu anormalem Verhalten des Hundes führen (z.B. Unlust, Aggression). Übergewichtige Hunde leben kürzer - also bewusst bewegungs- und altersabhängig füttern!
Denken wir auch an die regelmässigen Schutzimpfungen und an die Parasiten.