ERZIEHUNGSHINWEISE für den Alltagwelpen 210608 5

Jeder Hund braucht Regeln um sich im Alltag zurecht zu finden, zu wissen was getan werden darf und was unterlassen werden sollte. Fehlen solche klare und konsequente Regeln, ist der Aufstand des Hundes nicht weit entfernt. 

 

Was braucht der Hund für Regeln? Was muss beachtet werden, damit der Hund es auch richtig versteht?

Was braucht der Hund für Regeln...

Welche Regeln erstellt werden, ist für den Hund grundsätzlich oder in den meisten Fällen gleich. Enscheidend ist, dass die Regeln Hund oder Mensch schützen. So sehe ich dies in der Erziehung wie folgt als Sinnvoll an:

  1. Der Hund erhält nichts vom Tisch / wird auf seinen Platz verwiesen.
  2. Mensch geht vor dem Hund durch Türen und Treppen hoch oder runter.
  3. Das Hochstehen an Menschen ist zu unterlassen.
  4. Es wird nicht an der Leine gezerrt.
  5. Bei der Fütterung wird gewartet, bis entsprechendes Zeichen gegeben wird.
  6. Was Mensch in den Händen hält, ist nicht automatisch auch dem Hund.
  7. Ein Raum im Haus gilt als Tabu-Raum, in welchem der Hund nichts zu suchen hat.
  8. Um etwas feines, am Boden liegendes zu bekommen, muss ich auf Signal zu Zweibein gehen.
  9. etc. - überlegt euch eure eigenen Regeln, besprecht dies mit der Familie und haltet euch anschliessend ALLE daran.

Regeln wie in vielen Büchern noch beschrieben, das zum Beispiel der Mensch immer VOR dem Hund essen muss oder keine erhöhten Positionen zum liegen benutzen darf, sind veraltet und entsprechen nicht der Realität. So kann ich meinen Hund ohne weiteres auch in meinem Bett schlafen lassen (wenn dieser dies von sich aus möchte), ohne dass ich meine Position im Rudel verliere.

Auch muss man aus meiner Sicht von dem Gedanken, dass Mensch Alpha sein muss, weg kommen. Rudelführer schon - aber nicht als Alpha im Sinne wie dies noch viele Menschen sehen - als Ranghöchster Offizier in der Kompanie, welcher durch seine Autorität und klaren Befehlen seine Untertane herum kommandiert, Befehle erteilt und bei Ungehorsam Sanktionen erteilt, sondern eher - wie übrigens neueste Forschungen bei frei lebenden Wolfsrudeln klar auch zeigen - als Familienoberhaupt - also in der Vater- oder Mutterrolle. Dies allerdings im hündischen Sinn und nicht im menschlichen. 

So finde ich persönlich es als (aus menschlicher Sicht) schlechtes Anzeichen, wenn einem Hund "komm zu Mami" oder "komm, Papa gibt dir ein Gudeli" zu gerufen wird. Zeigt dies doch in vielen Fällen, wie der Hund gehalten wird und wie auch die Regeln im Alltag aussehen. So wundert es dann nicht, wenn der Vierbeiner so manche Übungen zu Hause zwar kann aber in der Freiheit draussen dann kläglich versagt und eigentlich meisst macht was er aus seiner Sicht zurzeit für richtig empfindet.

Eine Ausnahme mit "Mami" und "Papi" gibt es da allerdings schon, dies nämlich, wenn ein Hund in einer Familie mit Kindern lebt. Dort ist Papa's oder Mama's Name mit "Mami" oder "Papi" auch dem Hund bekannt, denn so werden die Eltern ja schlussendlich von den Kindern auch benannt und...naja, der Hund ist ja nun auch wieder nicht blöd und weiss somit auch, wer damit gemeint ist. In diesen Fällen ist eine solche Aussage ok ;o)

Regeln im Alltag sollten wir uns aufschreiben und mit der ganzen Familie absprechen. Ich bin der Auffassung, dass konsequent eingehaltene Regeln als MINIMUM reichen sollten um als gute Basis zu beginnen.  Dies - mindestens deren 8 Regeln sollten aber alle Familienmitglieder zu jederzeit und ohne "ja heute machen wir mal eine Ausnahme" durchsetzen.