Auf dieser Seite findet ihr das Infoblatt über die gängigen Haushaltspflanzen, welche dem Hund bei einer Einnahme schaden können: _________________________________________________________________________________
Bei einem Notfall, kann auch unter der Nummer 145 (toxikologisches Institut) um Hilfe gefragt werden - ihr solltet allerdins wissen, was der Hund gefressen hat!
Wer würde vermuten, dass sich hinter einer harmlosen Tafel schwarzer Schokolade ein Pet-Killer versteckt? Wer würde ahnen, dass ein fröhlicher Strauss Osterglocken Tiertod und Leid ins Haus bringen könnte?
Die meisten Hundehalter wissen ganz einfach nicht, dass schon kleine Mengen von schwarzer Schokolade, von Zwiebeln oder Mandelsplittern für Hunde hochgefährlich sein können. Auch die Tatsache, dass im Frühling Osterglocken in immer grösseren Mengen in den Wohnungen für frohe Stimmung sorgen, erhöht die Gefahr, dass Katzen davon fressen und sterben. Bekanntlich können Katzen auch auf höhere Fensterbretter und Möbel springen und so zu den Blumensträussen gelangen.
Verschiedene Lilienarten wie Osterglocken (Lilium longiflorum), auch Tiger-Lilien (Lilium tigrinum) sowie Lilium speciosum, Lilium lancifolium verursachen innerhalb 36 bis 72 Stunden Nierenversagen bei der Katze, was zum Tode führen kann.
Die amerikanische ASPCA gibt folgende Ratschläge bezüglich häufiger Haushaltgefahren:
· Alle giftigen Pflanzen aus der Wohnung entfernen oder unerreichbar platzieren.
· Alle Tabletten und Produkte der Humanmedizin in verschlossenen Kästen aufbewahren. Niemals offen herumliegen lassen.
· Den Haustieren nie Medizin verabreichen ohne Instruktionen durch Tierärztin oder Tierarzt.
· Geschirrspülmittel und andere Putzmittel an einem sicheren Ort aufbewahren.
· Gefährliche Nahrungsmittel wie Zwiebeln, Schokolade etc. nur in verschlossenen Kästen lagern.
Das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum (Tox) hat im Jahresbericht 1999 alle Tiervergiftungen, welche in der Schweiz im Jahre 1999 gemeldet wurden, zusammengestellt. Mitte 2001 wird eine Tiervergiftungs-statistik des Jahres 2000 erscheinen.
Insgesamt werden bei Toxikologischen Institut 278 Vergiftungsfälle gemeldet, wovon etwa ein Fünftel (57) einen schweren oder tödlichen Ausgang hatten. Es ist zu vermuten, dass dies nur die Spitze des Eisberges ist. Mit Sicherheit gibt es wesentlich mehr Vergiftungsfälle, welche nicht gemeldet wurden, wo der Tierhalter vor einem "Rätsel" stand oder sich einfach in den Tod des Tieres schickte, ohne weitere Abklärungen zu treffen.
Ein Drittel aller Vergiftungsfälle sind bei der Klasse Produkte für Landwirt-schaft und Gartenbauzu verzeichnen (95 Fälle): Bei den 33 Fällen mit mittelschwerem bis tödlichem Verlauf handelt es sich um Vergiftungen mit Schneckenvertilgungsmitteln (mit Methaldehyd) sowie Ratten- und Mäusegift (mit Chloralose und Coumarinderivaten). Ferner wurden 4 Todesfälle bei 3 Hunden und einer Katze durch Einnahme von Insektenvertilgungsmitteln (mit Carbamaten) gemeldet.
Vergiftungen durch unbeabsichtigte Aufnahme von Arzneimitteln bilden die zweitgrösste Gruppe der Vergiftungsstatistik (64 Fälle): Dabei handelt es sich meistens um Vergiftungen durch Psychopharmaka (z.B. Antidepressiva), Schmerzmitteln (Paracetamol, Panadol etc.) oder Herzkreislaufmedikamente. Die beiden tödlichen Vergiftungen betrafen Katzen, welche mit Schmerzmitteln (Paracetamol: ½ Tablette!) in Kontakt kamen.
Am dritthäufigsten kommen Vergiftungen durch giftige Pflanzen vor. 6 von 39 Pflanzenvergiftungen verliefen dabei tödlich: Drei Schafe starben nach der Einnahme von Eibenzweigen (Taxus), zwei Meerschweinchen nach dem Fressen von Oleanderzweigen und ein Hund nach unkontrollierter Aufnahme von Rizinusblättern.
Am vierthäufigsten werden Vergiftungen durch unkontrollierte Aufnahme von giftigen Haushaltprodukten gemeldet. 2 von den 24 Fällen hatten dabei einen tödlichen Ausgang: So starben zwei Katzen nach Aufnahme von Frostschutzmitteln bzw. nach Hautkontakt mit Kreolseife.
Vergiftungen durch falsche Anwendung oder unkontrollierte Aufnahme von Veterinärarzneimitteln bilden die fünftgrösste Gruppe. Bei 15 von 22 Vergiftungen wurde ein mittelschwerer bis tödlicher Verlauf gemeldet, wobei 10 Vergiftungen durch Permethrin verursacht wurden. Dabei kam das Präparat, welches nur für Hunde zugelassen ist, fälschlicherweise bei Katzen zur Anwendung.
An sechster Stelle der Skala treten Vergiftungen durch technische und gewerbliche Produkte auf. Von den 21 gemeldeten Vergiftungsfällen verlief knapp die Hälfte schwer oder tödlich. Unter den tödlichen Fällen befanden sich 7 Schafe (nach Einnahme einer Formaldehydlösung) und eine Kuh (nach Einnahme von Natriumnitrit-Dünger).
Deutlich seltener kommen Vergiftungen durch andere Stoffe (Gifttiere, Drogen, Nahrungsmittel, Körperpflegemittel etc.) vor. Keiner der 13 gemeldeten Vergiftungsfälle verlief dabei tödlich und nur einer zeigte einen schweren Symptomsverlauf.