Für Kinder ist es besonders schwer zu verstehen, dass alles, was sie an guten, lobenswerten Eigenschaften an den Tag legen - wie gerecht teilen, dem anderen auch einmal den Vortritt zu lassen und Rücksicht zu nehmen - beim Hund gefährliche Reaktionen hervorrufen kann. Vor allem Kindern unter 12 Jahren fehlt es zudem im Menschenleben noch an vielen Erfahrungen. So käme kein Erwachsener auf die Idee, zwei Hunde gleichzeitig aus einer Teigschüssel schlecken zu lassen, für ein 9-jähriges Mädchen hingegen ist es sonnenklar, dass sie keinen ihrer beiden Freunde benachteiligen möchte. Folglich regeln die Hunde die Situation unter sich und das kann gefährlich werden. Doch nicht nur Kinder, über 80% der Hundebesitzer wissen gar nicht, dass es in ihrem Hund-Mensch-Rudel eine Rangordnung gibt, da der Familienalltag problemlos abläuft. Erst wenn der Hund z.B. mit den Zähnen seine Rechte auf Couch und Bett verteidigt oder seine Familie durch nächtliche Ballspiele tyrannisiert, wird klar, dass der Hund sich als Boss fühlt, was dringend einer Korrektur bedarf.
Mit der gewaltfrei aufgebauten Rangordnung lässt sich nahezu jeder Hund führen. Um die Rangordnung zu demonstrieren, gilt:
1. Nichts im Leben ist umsonst.
Wann immer ihr Hund etwas möchte - spielen, Futter, Gassi gehen, schmusen, ins andere Zimmer - lassen Sie ihn erst "Sitz" oder "Platz" machen, bevor Sie seinen Wunsch erfüllen.
2. Jede Initiative geht vom Rudelführer aus!
Schmusen: Wenn Ihr Hund zum Schmusen kommt, ignorieren Sie ihn. Später rufen Sie ihn, lassen ihn "Sitz" oder "Platz" machen, dann erst wird geschmust.
Spiel: Räumen Sie sämtliches Spielzeug in eine Kiste. Der Besitzer beginnt und beendet das Spiel, nicht der Hund! Wenn Ihr Hund spielen will, ignorieren Sie ihn.
Futter: Geben Sie dem Hund nichts vom Tisch. Wenn er bettelt, schicken Sie ihn auf seinen Platz. Vor dem Napf lassen Sie den Hund "Sitz" machen, bevor er fressen darf.
Tür: Sie gehen zuerst durch Türen (vor dem Spaziergang!) oder sonstige Engstellen.
Kommandos: Der Hund sollte aufs Wort folgen. Bei den Ruhe-Kommandos wie "Sitz", "Platz" und "Bleib" darf der Hund nicht einfach aufstehen: Sie lösen das Kommando auf.
Anfassen: Ihr Hund sollte sich problemlos anfassen (z.B. bürsten, abtrocknen) oder auch das Maul öffnen lassen. Am besten übt man das schon mit dem Welpen.
Im Weg liegen: Lassen Sie den Hund aufstehen und aus dem Weg gehen.
Bett und Couch: Lassen Sie Ihren Hund nicht auf die besten - hoch gelegenen - Plätze, das kann zu Problemen führen.
Spazieren gehen: Sie bestimmen Tempo und Richtung des Weges. Lassen Sie sich nicht ziehen und wechseln Sie des öfteren ohne Vorankündigung die Richtung.